Wissenswertes
Sommerekzem tritt in unterschiedlichem Ausmass bei Pferden verschiedener Rassen auf. Die Symptome dauern meistens ein Leben lang. Manchmal treten diese aber auch plötzlich bei erwachsenen Pferden auf.
Auslöser/Krankheitsbild
Sommerekzem ist eine nicht infektiöse Allergie, vor allem gegen die Proteine im Speichel der Culicoides-Stechmückenarten. Diese Mückenart ist zwischen März und Oktober und dann vor allem in den Morgen- und Abendstunden aktiv. Ihre Brutgebiete liegen an Waldrändern, in langsam fliessenden Wasserläufen, Tümpeln, Teichen und Moorgebieten, aber auch in der Nähe des Misthaufens. Nur die Weibchen sind Blutsauger. Wind, trockene Hitze bzw. Temperaturen unter 9 Grad mögen diese Stechmückenarten nicht. Die Mücke fliegt auf ihrer Suche nach Blut bevorzugt Stellen des Pferdekörpers an, an denen die Haare senkrecht stehen.
Zunächst bilden sich Erhebungen (Pusteln) im Durchmesser von Stecknadelkopf bis maximal drei Zentimeter, unter der Haut des Mähnenkammes, der Schweifrübe, Kruppe, am Widerrist, Schopf, Schlauch/Euter und an der Bauchnaht. Hieraus folgen die Kardinalsymptome: Juckreiz und Unruhe. Es sind nicht immer alle diese Körperstellen zusammen betroffen.
Schwellungen oder harte Stellen können unter anderem durch Scheuern aufbrechen, wodurch z.B. der Mähnenkamm ein sägezahnartiges und die Schweifrübe ein elefantenrüsselartiges Aussehen erhält. Weiter kommt es zu schuppigen Ablösungen der Krusten und der Haut.
Die verzweifelten Tiere bearbeiten sich selbst oder gegenseitig mit den Zähnen oder sie kratzen endlos an Bäumen, Raufen, Wänden usw. Andre wälzen sich am Boden, bis die juckenden Stellen offen und blutig sind.
Auch im Winter kann manchmal ein Juck-/Kratzreflex bestehen, der auch ohne vorhandene Mücken autonom weiterwirkt.
In Meeresnähe und über 1'500 m ü. M. gehen die Symptome (nicht jedoch die Allergie selbst) fast vollständig zurück. Sobald diese Tiere die besagten Zonen verlassen, treten auch die Symptome des Sommerekzems wieder auf.
Sommerekzem ist nicht ansteckend. Jedoch wirkt es sich unter Umständen auch auf die gesunden Tiere in der Herde aus, da das durch das gegenseitige Knabbern in der Mähne betroffene Tier aufgrund seines eigenen, starken Juckreizes recht stark in die Mähne/Fell des gesunden Tieres beisst. Bereits das Vorhandensein (sehen und/oder hören) von Mücken kann Ekzemer in Nervosität versetzen.